DAS ENGAGEMENT

Frondienst ohne Rückenweh und Blasen an den Händen

Der 22. März 1851 war für das Kirchspiel ein denkwürdiger Tag. Die Kirchgemeinde, zu der damals auch noch Ober- und Unterleibstadt gehörten, beschloss, nach den Plänen des Badener Architekten Kaspar Joseph Jeuch eine neue Kirche zu bauen: Das heute weit herum unübersehbare Gotteshaus in Leuggern!

Die Finanzen standen damals ebenso zur Debatte wie heute. Man fand mutige Lösungen. Von den projektierten Kosten von 89’000 Franken wurden 35’000 Franken aus dem Kirchvermögen bezogen (es betrug insgesamt 70’000 Franken). Durch Frondienste (freiwillige Arbeit) wollte man 24’000 Franken abtragen – eine nach heutigen Massstäben enorme Summe! So verblieben 30’000 Franken, welche durch Steuern abzustottern waren.

Das Rezept von damals stellt noch heute eine gültige Formel dar. Fronarbeit im einstigen Sinn ist aus verschiedenen Gründen aber nur noch im bescheidenen Ausmass möglich. Die angesprochene Freiwilligkeit, das Erbringen eines persönlichen “Opfers” im Sinne des Wortes, kann sich heute in vielen anderen Formen äussern – namentlich in Spenden. Dieser Griff zur “Brieftasche” verursacht im Gegensatz zu früheren Zeiten weder Rückenweh noch Blasen an den Händen.

 

Spendenaktionen und Veranstaltungen der Stiftung dienen der Geldmittelbeschaffung zur Erfüllung des Stiftungszwecks. Die Stiftungsurkunde definiert zwei Ziele:

Ziel 1: Unterhalt der Kirche

Die Stiftung bezweckt den Unterhalt der Kirche St.Peter und Paul in Leuggern in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Leuggern-Kleindöttingen sowie der Denkmalpflege auf kantonaler und eidgenössischer Ebene. Dank grosser Spendenfreudigkeit konnte die Stiftung an die 2005 durchgeführte Innenrenovation, mit einem Gesamtaufwand von 2,25 Millionen Franken dem namhaften Beitrag von CHF 350’000 leisten, hauptsächlich an die künstlerische Gestaltung. Im Jahre 2009 durfte die Stiftung der Kirchgemeinde den restaurierten Hochaltar übergeben. An jene Kosten steuerte die Denkmalpflege CHF 180’000 bei und die Stiftung übernahm den Rest im Betrag von CHF 200’000. Unterhalt und Nutzung der Kirche erfordern auch künftig Mittel der Stiftung zur Entlastung der Kirchgemeinde. Zu erwähnen sind beispielsweise die Fenster mit den Glasmalereien, die Aussenrenovation, sowie die Anschaffung von Einrichtungen für Veranstaltungen im Chor, respektive zur Gestaltung der Kirche.

Ziel 2: Kulturelle Belebung

Die Stiftung fördert die religiöse und kulturelle Nutzung der Kirche. In lockerer Folge organisiert die Stiftung Benefizveranstaltungen, namentlich in Form hochstehender Konzerte wie beispielsweise erfolgte Auftritte der Bündner Gesangsgruppe «Furbaz», des Schaffhauser Blasorchesters, der lokalen Musik-Vereine, des Siggenthaler Jugendorchesters, des Chors der Klosterschule Disentis oder der Compagnia Rossini.

Der 2012 geschaffene Schweizerische Kunstführer der Autoren Jürg Andrea Bossardt und Urs N. Kaufmann stellt die Kirche Leuggern in Wort und Bild umfassend vor. Zu beziehen ist er für CHF 15,- beim Pfarramt Leuggern.

WERTERHALT KIRCHE

Innenrestaurierung

Im Jahr 2005 erfolgte die Innenrenovation der Kirche Leuggern und im Jahr 2009 die Hochaltar-Rekonstruktion.

Das Restaurierungsziel war das Wiederherstellen des besonderen Charakters des neugotischen Kirchenraumes mit der farbig gefassten Architektur, sowie teilweiser Wiederherstellung der ursprünglichen Ausstattung wie zum Beispiel Seitenaltäre, Wandtäfer, Malereien an Decke und Wänden und neuer stimmungsvoller Beleuchtung.

  • Neuaufmalen der olivfarbenen Zwickelblumen, mit bunten Blüten und ebenfalls kräftig bunten Schlusssteinen an den Scheitelpunkten
  • Die rosafarbenen Wandflächen mit ockerfarbenem Fugenbild gestalten
  • Die Bündelsäulen ebenfalls mit rosafarbener Leimfarbfassung mit hellem Fugenstrich und bunten Kapitellen
  • Im Chorraum kontrastiert die kräftig hellblaue mit vergoldeten Sternen besetzte Deckenbemalung mit der reichen Quadrierung der Wände
  • Verbesserung des Chorbereiches in liturgischer Hinsicht

KULTURELLE BEREICHERUNG

Vergangene Veranstaltungen

Zur kulturellen Belebung der Kirche führt die Stiftung in regelmässigen Abständen Benefizkonzerte in der St. Peter und Paul Kirche auf. Die Veranstaltungen haben sich in den letzten Jahren auf einem hohen Niveau etabliert und wird von den Besuchern, speziell zur Adventszeit, sehr geschätzt. Die Stiftung bedankt sich bei dieser Gelegenheit bei allen Besuchern recht herzlich.

Der Kunstführer

Anfang 2013 erschien in der Reihe “Schweizerische Kunstführer” der GSK (Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte) eine 60-seitige farbige Broschüre über die röm.-kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul, Leuggern.

Im Auftrag der Stiftung Kirche Leuggern haben der frühere Präsident der Kirchenpflege Urs N. Kaufmann aus Full und der Kunsthistoriker und ehemalige Denkmalpfleger Jürg Andrea Bossardt lic. phil zahlreiche interessante Texte und Fotos zusammengestellt, um Geschichte, Bau, Ausstattung und Bedeutung unserer Pfarrkirche zu dokumentieren.

Auf der hinteren Umschlagseite ist zu lesen:

“St. Peter und Paul in  Leuggern ist eine der grössten Kirchen im Kanton Aargau und durch ihre Lage ein Wahrzeichen in der Landschaft des Unteren Aaretals. Als einer der frühesten neugotischen Sakralbauten der Schweiz wirkte das 1851-1853 geschaffene Werk von Caspar Joseph Jeuch bis nach 1880 vor allem im  ländlichen Kirchenbau der Deutschschweiz stilbildend. Leuggern und  seine Johanniterkommende (1231-1806) bilden seit Jahrhunderten das Zentrum des Kirchspiels, einer vielgestaltigen, katholisch geprägten Kulturlandschaft mit mehreren Dörfern und Weilern.”

Neben der Pfarrkirche Leuggern widmet sich die 60-seitige, mit zahlreichen Farb- und Schwarzweissfotos bebilderten Broschüre aber auch den anderen Sakralbauten des Kirchspiels.

Inhalt

  • Die Kirche Leuggern – Wahrzeichen im Unteren Aaretal (S. 2)
  • Ein Blick in die Geschichte – Dorf, Johanniterkommende und Kirchspiel (S. 3-11)
  • Die Kirche St. Peter und Paul in Leuggern
    – Vorgängerbauten und Baugeschichte (S. 12-22)
    – Beschreibung des Äusseren (S. 23-24)
    – Beschreibung des Inneren (S. 25)
    – Die Ausstattung, Orgel, Glocken (S. 26-34)
    – Der Kirchenschatz (S. 35-38)
    – Würdigung (S. 39-41)
  • Antoniuskirche Kleindöttingen (S. 42)
  • Schlosskapelle Böttstein (S. 43-45)
  • Wegkapelle “Maria vom guten Rat” in Böttstein (S. 46)
  • Lourdesgrotte Leuggern (S. 47)
  • Kapelle Hettenschwil (S. 48-49)
  • Schwedenkreuz (S. 50)
  • Kapelle Reuenthal (S. 51)
  • Kapelle Full (S. 52-55)
  • Kapelle Gippingn (S. 56-57)

Kosten und Erhältlichkeit

Die Broschüre ist zum Preis von CHF 15,- auf dem Pfarramt Leuggern erhältlich.
Mehr Informationen unter leuggern@kath-aare-rhein.ch

Jürg Andrea Bossardt, Urs N. Kaufmann: Die röm.-kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul, Leuggern
(ISBN 978-3-03797-072-0)

herausgegeben 2012 von der “Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte” (GSK)

Spenden an die Stiftung sind im Rahmen des Kant. Steuergesetzes von der Steuer absetzbar.

IBAN CH91 8070 1000 0063 7128 4 / CHF
bei der RB Aare-Rhein, 5316 Leuggern
zu Gunsten:
Stiftung St. Peter und Paul
Kirchplatz 7
5316 Leuggern

 

Adresse:

Stiftung Kirche St. Peter und Paul
c/o Pfarramt Leuggern
Kirchplatz 7
5316 Leuggern

Tel: 056 - 245 24 00
leuggern@kath-aare-rhein.ch
www.kath-aare-rhein.ch